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Die dubiosen Methoden der Kapitalanlagerechtsanwälte

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Mit der Lehman-Brothers-Pleite ist die Zahl der "Fachanwälte für Banken- und Kapitalmarktrecht" sprunghaft angestiegen. Inzwischen gibt es mehr Anwälte als Mandate.

Die Bundesanwaltskammer teilte 2009 einen rasanten Anstieg von 218 auf 372 Anwälte mit. Das ist eine Steigerung um 70 %. All diese Anwälte wollen auf Ihre Kosten kommen und buhlen teilweise mit dubiosen Methoden um Mandanten. Es tobt ein regelrechter Kleinkrieg der Kapitalanlageanwälte.

Mit dubiosen Methoden buhlen Juristen um geschädigte und inzwischen schon um nichtgeschädigte Anleger. Selbst bei Abweichungen von Prognosen gehen Juristen aggressiv auf Anleger los und verunsichern diese. Die Richter sind von der Klageflut genervt. Schlampige, in Massenabfertigung geführte Prozesse, führen oft zu Niederlagen und so zur Festigung einer anlegerfeindlichen Rechtsprechung in Deutschland. Die Honorare der Anwälte bemessen sich nicht am Erfolg, sondern am Streitwert.

Es werden Massenrundschreiben an Anleger versandt, Anlegerschutzvereine gegründet, Onlineinformationsveranstaltungen oder Informationsveranstaltungen in Hotels durchgeführt.


Wie kommt die Kanzlei eigentlich an die Adressen der Anleger?

Wer sich als Kommanditist in das Handelsregister eintragen lässt wird in einem öffentlich zugänglichen Register geführt. Sobald ein Anwalt einen Mandanten vertritt, kann er Akteneinsicht verlangen. Die Liste der weiteren Anleger bekommt er dann quasi "frei Haus". Wirtschaftsdetektive handeln mit Anlegerlisten und tingeln damit fröhlich von Kanzlei zu Kanzlei und verhökern die Adressen. Wir befinden uns hier in einem völlig unkontrollierten Markt!


"Anlegerschutzvereine und Interessengemeinschaften"

Anlegerschützer können die selbst ernannten Anlegerschutzvereine schon gar nicht mehr zählen. Die Gründer solcher Vereine bewegen sich in einer Grauzone. Experten sehen in einem solch vorgeschalteten Verein großes Konfliktpotenzial. Andere nennen es einfach unseriös, wenn sich jemand nicht als Anwalt zu erkennen gibt, sondern einen Verein vorschaltet. Dieser sei nur zum Weiterleiten der Mandanten da. Die Verbraucherzentrale NRW warnt sich teuren Interessengemeinschaften anzuschließen. Eine dreistellige Jahresgebühr ist bei diesem Geschäftsmodell nicht selten.


Die Vorgehensweise:

Anleger werden gezielt verunsichert. Diese Schreiben sind in teilweise geradezu reißerischer Manier aufgebaut. Es werden gezielt Ängste der Anleger angesprochen und suggeriert, dass die Ablehnung des Angebotes unmittelbar zu einem Rechtsverlust führen könnte. Die Akquise vieler Anleger ist für den Anwalt lohnenswert Kaum Aufwand und hohe Gebühren.

Deshalb gehen häufig Anwälte ohne Erfahrung auf Mandantenfang. Bei ähnlich gelagerten Fällen muss der Anwalt sich nur einmal einarbeiten und beim Schriftverkehr oft nur den Namen des Mandanten ändern. Sie machen große Versprechungen und drängen zur Klage.

Bei solchen Anwälten zählt mehr die Masse als die Klasse. Die Honorarmaximierung steht im Vordergrund. Diese Anwälte sind besonders klagefreudig, denn der Anwalt gewinnt (kassiert) in jedem Fall! Es hat sich eine regelrechte Klageindustire entwickelt, von der die Gerichte zunehmend genervt sind.


Die Rechtslage:

Mit Standesregeln verträgt sich das alles nicht. Auf den Einzelfall gerichtete Werbung ist streng verboten. Wenn ein Anwalt weiß oder annimmt, dass jemand Rechtsberatungsbedarf hat, darf er ihn nicht von sich aus kontaktieren. Erst recht nicht, wenn er in den Rundbriefen warnt, dass Fristen ablaufen. Gerichte haben dies verboten. Die Verbraucher sollen nicht überrumpelt oder gar mit Horrorszenarien gedrängt werden. Viele Anwälte halten sich nicht an das Verbot. Die Abmahngebühr beträgt nur 3.000 Euro. Der Markt ist völlig unreguliert. Rechtskonform ist das alles nicht.


Fazit:

  • Bei unklaren Angeboten nie in Vorkasse gehen
  • Nur auf Erfolgshonorar einlassen


Die WirtschaftsWoche schreibt dazu:

"Gewichtige Zweifel. Fragwürdige Rundschreiben, Kooperationen mit vermeintlichen Anlegerschützern, Klagewellen trotz schlechter Erfolgschancen angesichts solcher fragwürdigen Anwaltspraktiken gilt für Anleger: Wenn sie ungebeten kontaktiert werden, sei es von Anwälten selbst oder von Anlegerschutzvereinen, ist Misstrauen angesagt, besonders, wenn der Verfasser akuten Handlungsbedarf vorgibt. Betroffene sollten in solchen Fällen weitere Informationen einholen und sich keinesfalls blind auf großspurige Versprechungen verlassen." (Quelle: http://www.wiwo.de/finanzen/steuern-recht/zweifelhafte-erfolgsaussichten-falschberatung-bei-anlegeranwaelten-seite-4/5143516-4.html)


Links:

Verbraucherzentrale NRW
http://www.verbraucherzentralen-kritik.de/dubiose-methoden-I-mandantenfang-ueber-vereine-52.htm

Capital.de Anwälte auf Mandantenfang
http://www.dskp.de/wp-content/uploads/anwalte-auf-mandantenfang.pdf

WirtschaftsWoche - Genervte Richter
http://www.wiwo.de/finanzen/steuern-recht/zweifelhafte-erfolgsaussichten-falschberatung-bei-anlegeranwaelten-seite-3/5143516-3.html

WirtschaftsWoche Falschberatung bei Anlegeranwälten
http://www.wiwo.de/finanzen/steuern-recht/zweifelhafte-erfolgsaussichten-falschberatung-bei-anlegeranwaelten-seite-4/5143516-4.html

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