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Provisionsabgabeverbot

Provisionsabgabeverbot per Anordnung vom 14. August 1923 (VerAfP 1924, S. 22)

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Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) untersagt Anbietern und Vermittlern von Versicherungen, Versicherungsnehmern (Kunden) für den Abschluss eines Versicherungsproduktes zu vergüten. Die Zuwiderhandlung stellt eine Ordnungswidrigkeit dar und kann mit einer Geldbuße bis zu 100.000 Euro geahndet werden.

Wer Ihnen eine Provision für den Abschluss eines Versicherungsvertrages anbietet, handelt gesetzeswidrig. Das Gesetz des Verbots zur Gewährung von Sondervergütungen besteht bereits seit dem Jahr 1923. Schon jeder Lehrling lernt dies in der Berufsschule. Das Angebot zur Annahme von Provision ist unlauterer Wettbewerb und nichts anderes als Schmiergeld, also Bestechung! Bestechung ist in Deutschland eine nach 334 Strafgesetzbuch mit bis zu 5 Jahren Freiheitsstrafe bedrohte Straftat.

Link zum Gesetzestext:
https://www.bafin.de/SharedDocs/Veroeffentlichungen/DE/Konsultation/2012/kon_0412_verbot_sonderverguetung_va.html


Wer Ihnen eine Provision für den Abschluss eines Versicherungsvertrages anbietet, tut dies aus Verzweiflung. Ihm fehlen die Argumente, um Sie sachlich von der Qualität seines Produktes überzeugen zu können. Es handelt sich also um das schlechtere bzw. das gleiche Produkt. In jedem Fall kann auf fachlicher Ebene kein überzeugendes Argument mehr herbeigebracht werden.

Sie sollten sich genau überlegen, ob derjenige, der gesetzeswidrig handelt, überhaupt geeignet ist, mit Ihnen über Vermögensanlagen zu sprechen. Wer mit so viel krimineller Energie sein Geschäft betreibt, der macht sich auch keine Gedanken um das Wohlergehen seiner Kunden!


Hintergrund der Verordnung

Diese Verordnung geht bereits auf das Jahr 1923 zurück. Das Reichsaufsichtsamt für Privatversicherungen hat damit das Ziel verfolgt, einen Missstand für die Versichertengemeinschaft zu vermeiden. Der Missstand entsteht dadurch, dass Versicherungsvermittler durch Provisionsabgaben an Versicherungsnehmer veranlasst werden, immer höhere Provisionsforderungen zu stellen. Dies könnte zur Folge haben, dass das allgemeine Prämienniveau steigt. So würden Verbraucher benachteiligt.

Über das Provisionsabgabeverbot streiten insbesondere immer wieder Internetplattformen, die nicht beraten, sondern nur Geschäft durchreichen. Aktuell bleibt das Provisionsabgabeverbot bis 30.06.2017 bestehen. Eine europäische Entscheidung bleibt abzuwarten.


ASS Compact http://www.asscompact.de/nachrichten/provisionsabgabeverbot-bleibt-bis-mitte-2017

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